Sabrina Pallara

Interview mit Sabrina Pallara

Sabrina Pallara ist Physiotherapeutin aus Oberbrügge, TuS-Mitglied und weiß genau, warum Bewegung das beste Medikament ist. Wir haben sie gefragt.

Turbo: Wer bist du und was machst du hier in Oberbrügge?
Sabrina: Ich bin Sabrina Pallara aus Oberbrügge – selbstständige Physiotherapeutin. Seit 2008 helfe ich Menschen und quäle sie, bis sie wieder fit und schmerzfrei sind.

Turbo: Was hat sich im Laufe der Jahre in der Praxis verändert? Auch in der Art der Behandlung?
Sabrina: Die Physiotherapie hat sich in den letzten Jahren stark modernisiert. Sie betrachtet den Menschen heute ganzheitlich, arbeitet interdisziplinär und basiert auf aktueller Wissenschaft – mit dem Potenzial, Leben nachhaltig zu verändern. Sie stärkt nicht nur die körperliche Funktionsfähigkeit, sondern auch die Selbstwirksamkeit. Zum Beispiel durch Arzt-Sport-Apps, die Menschen zur Bewegung motivieren, oder den Kontakt zum Turnverein über den Reha-Sport!

Turbo: Was hat dich dazu inspiriert, Physiotherapeutin zu werden, und was macht dir an deinem Beruf am meisten Spaß?
Sabrina: Mich hat die Kunst der Physiotherapie fasziniert – die Möglichkeit, die Beweglichkeit des Körpers wiederherzustellen und zu verbessern, damit Menschen möglichst uneingeschränkt am Alltag teilnehmen können. Auch bei chronischen Erkrankungen und starken Schmerzen ist diese Therapieform ein wesentlicher Baustein, um den Körper wieder zu stärken.

Es drückt und zwickt? Dann auf zu Sabrina!
Es drückt und zwickt? Dann auf zu Sabrina!

Turbo: Was sind die häufigsten Beschwerden, mit denen Patienten in die Praxis kommen?
Sabrina: An erster Stelle stehen Rückenschmerzen – durch verschiedene Krankheitsbilder wie Bandscheibenvorfälle, Stenosen, Skoliose oder allgemeine Haltungsprobleme. Dahinter folgen Schulter- und Kniebeschwerden.

Turbo: Was ist die schlechteste Ausrede, die dir ein Patient jemals gegeben hat, um nicht zur Physiotherapie zu kommen?
Sabrina: „Ich hab verschlafen“ – und „Ich hab‘s vergessen.“ Beide kommen öfter vor, als man denkt.

Turbo: Was sind die größten langfristigen Vorteile regelmäßiger Bewegung?
Sabrina: Regelmäßige Bewegung ist eine der effektivsten Maßnahmen zur Prävention chronischer Krankheiten und zur Erhaltung der Lebensqualität bis ins hohe Alter. Selbst kleine Änderungen im Alltag – wie Treppensteigen oder Spazierengehen – können einen großen Unterschied machen. Bewegung beugt Osteoporose vor, stärkt Knochen und Muskeln, verbessert die Beweglichkeit und verringert das Risiko für Stürze und Brüche. Sie stärkt die Abwehrkräfte, verbessert Herz-Kreislauf-System und Stoffwechsel, fördert die Schlafqualität und schützt vor neurodegenerativen Erkrankungen wie Demenz. Und: Sie reduziert Stress und baut Verspannungen ab.

Sabrinas treuester Patient – seit Jahren ohne Fortschritte, aber immer pünktlich.
Sabrinas treuester Patient – seit Jahren ohne Fortschritte, aber immer pünktlich.

Turbo: Wie integriert man Bewegung in einen stressigen Alltag? Tipps für Menschen mit wenig Zeit?
Sabrina: Ganz einfach: kleine Wege zu Fuß zurücklegen, die Treppe statt den Fahrstuhl nehmen, mit Kindern oder Enkeln spielen, am Wochenende einen Wanderausflug mit der Familie unternehmen – oder einfach den Turnverein besuchen!

Turbo: Was ist dein wichtigster Ratschlag für alle, die an sich und ihrem Körper arbeiten wollen?
Sabrina: Teile deine Bewegungseinheiten über den Tag auf – zehn oder fünfzehn Minuten reichen. Ein Training ist ein Training, egal wie lang oder kurz! Verbinde Aktivitäten mit sozialen Kontakten oder dem Alltag, und verknüpfe Bewegung mit bestehenden Gewohnheiten – zum Beispiel direkt nach dem Aufstehen oder in der Kaffeepause.

Turbo: Was sind die größten Fehler bei der Behandlung von akuten oder chronischen Schmerzen?
Sabrina: Der größte Fehler ist der Gedanke: „Ich ruh mich aus, dann wird‘s schon wieder.“ Oder das ewige „Ich mach das morgen!“ Den inneren Schweinehund gewinnen zu lassen – das rächt sich früher oder später.

Turbo: Wie wichtig ist es, Bewegung und Ernährung aufeinander abzustimmen?
Sabrina: Beides zusammen ist unschlagbar. Bewegung und gesunde Ernährung stärken Herz-Kreislauf-System, Muskulatur, Stoffwechsel und Immunsystem – und beugen Zivilisationskrankheiten vor. Die Kombination wirkt synergistisch: Ernährung liefert die Energie für Bewegung, Bewegung hilft, Nährstoffe effizienter zu nutzen und den Stoffwechsel anzukurbeln. Beim Gewichtsmanagement gilt: Ernährung ist entscheidend für die Gewichtsabnahme, Bewegung erhöht den Grundumsatz.

Turbo: Wie siehst du die Zukunft der Physiotherapie?
Sabrina: Immer mehr Menschen kommen ohne ärztliche Überweisung zu uns und erhalten schneller eine spezialisierte Behandlung. Wenn etwas außerhalb unserer Expertise liegt, verweisen wir natürlich an Ärztinnen und Ärzte. Die Pandemie hat die Telemedizin beschleunigt – virtuelle Physiotherapie ist besonders für Menschen in ländlichen Regionen oder mit Mobilitätseinschränkungen attraktiv. Und: Prävention gewinnt an Bedeutung. Physiotherapie wird zunehmend in multidisziplinäre Konzepte eingebunden – gemeinsam mit Psychologie, Ernährung und Ergotherapie für ganzheitlich bessere Ergebnisse.